Kommentar zu Zoom vom 21.02.18 – Geldmaschine YouTube

YouTuber beeinflussen unsere Jugend mit versteckter Werbung – so könnte man den Plot des journalistischen Format Zoom auf ZDF (21.02.18) in aller Kürze zusammenfassen.

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Ausschnitt aus dem Zoom-Bericht Geldmaschine YouTube (Quelle: ZDF Mediathek)

Meiner Meinung nach, macht es sich das Zoom-Team dabei aber viel zu einfach.

Nochmals kurz rekapituliert, um was es ging:

– Die heutige Jugend verbringt mehr und mehr Zeit mit YouTube-Content. Klassisches Fernsehen ist out.

– YouTube-Content wird teils hochprofessionel produziert. Das WG-Zimmer ist Studios gewichen.

– Eine Minderheit von YouTubern vereint exorbitant hohe Aufrufe auf sich. Manche TV-Sender würden vor Neid erblassen. Diese YouTuber (wegen Ihrer Reichweite auch gerne Influencer – Meinungsmacher – genannt) platzieren von Zeit zu Zeit (ggf. auch regelmäßig) Produkte von Kooperationspartnern in Ihren Videos.

– Zoom kritisiert diese Produktplatzierung als Schleichwerbung und stellt dies als Phänomen der Video-Plattform dar.

So viel zum Inhalt des Berichts. Die Wahrheit liegt aber wieder mal irgendwo dazwischen. Bezahlte Produktplatzierungen in YouTube-Clips gibt es, das lässt sich kaum bestreiten. Das es sich dabei jedoch um etwas „Neues“ handle, kann ich nicht erkennen. Viele TV-Formate oder Kinofilme platzieren Produkte von Kooperationspartnern gut wahrnehmbar in Ihrer Handlung. Auch in Sport-Events dürfen die Logos der Hersteller & Dienstleister nicht fehlen. Ob die Kooperation immer stimmig ist, lässt sich bei vielen Marken bezweifeln.

Und genau da liegt für mich der Knackpunkt, warum Product Placement bei YouTube-Influencern aus meiner Sicht sogar weniger kritisch zu sehen sind. Die Influencer stehen für die Kooperation mit ihrer Reputation ein und nirgends ist diese schneller zerstört als im Bereich der sozialen Medien.

Fazit: Produktplatzierungen sind keine Erfindung der YouTube-Stars oder deren Partner, sondern waren schon immer Teil der Medienlandschaft. Mehr denn je müssen die Meinungsmacher/Vorbilder/Stars sich jedoch Gedanken machen ob die gewählten Produktpartner zu ihrem eigenen Image passen.

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